° sandramedy °°°
Donnerstag, 27. September 2007
Diskussion mit meinem Ernst

Einige werden es vielleicht schon kennen, für mich war es neu: das Projekt Grosse Pyramide. Grössenwahnsinnig, bizarr und utopisch erscheint es mir, aber auch sehr faszinierend. Kann es Realität werden?


Um dem hochgesteckten Ziel näher zu kommen, muss ich den rechtschaffenen Ernst für einen Moment unter einem Vorwand wegschicken, denn ich schleiche mich nun unbemerkt von schräghinten an einen amerikanischen Hollywood-Weltuntergangsfilm an und entwende ihm folgenden Satz:
Die Menschheit kann Grosses vollbringen!

Niemand hat mich erwischt, ich schlage also erneut zu und lasse den Leitspruch einer Yogadozentin in meinen Ärmel gleiten:
Viele kleine Stufen führen zum Ziel!

Nun kann der Bau beginnen, denn tausende Arbeitslose aus den alten Bundesländern sind schon ganz scharf auf die vielfältigen Arbeitsplätze in der Bestattungsindustrie: Bauarbeiter, Currywurst-Verkäufer, Floristin, Reiseleiter, Pfarrer, auch Architekt, Einzelhandelskauffrau oder Hotelier. Auch die deutsche Baubehörde lässt sich mit weiterem Diebesgut leicht bestechen.

Der Ernst ist zurück und staunt, wie schnell das Projekt Fortschritte gemacht hat!
Jetzt sage ich mit fester Stimme zu ihm: Wir müssen uns ein Steinchen sichern, denn nur wenn wir es alle tun, wächst etwas Neues heran und die Pyramide soll doch riesengross werden!

Ernst bringt einen berechtigten Einwand: Mein Leben lang habe ich den Solidaritätsbeitrag für Ostdeutschland bezahlt, da möchte ich wenigstens in Frieden ruhen dürfen. Meinen Stein kriegen die nicht!
Ich füge an, dass ich den Gedanken auch etwas befremdlich finde, dort meine Überreste von tausenden anderen plattdrücken zu lassen. Aber zur Erinnerung in einen Stein genüsslich meinen Namen einzugravieren und ihn dort neben meinen lieben Freunden bis in alle Ewigkeit zu hinterlassen, ist doch reizvoll!

Wer hat recht? Ich bin wirklich gespannt, was ihr davon haltet! An die Architekturabteilung: Macht es für eure Meinung zum Projekt einen Unterschied, dass Rem Koolhaas in der Jury für den Wettbewerb sitzt? Ich gebe zu, dass ich es deshalb durchaus eher Ernst nehmen konnte; der Ernst hingegen ist Laie, den hat das kalt gelassen.

PS: Wer daran glaubt, dass die Toten nachts auf dem Friedhof spazieren gehen, der müsste das Areal in Zukunft weitläufig umfahren, denn ich vermute, dass Tote weit dafür gehen werden, um einander im Dunkeln nicht ständig auf die Füsse zu treten.

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