° sandramedy °°°
Freitag, 12. Oktober 2007
Seltsame Chorprobe
Gestern war ich im Chor. Dort singen wir "Die erste Walpurgisnacht" von Felix Mendelssohn mit deutschem Text von Goethe, zum Beispiel:

"Verteilt euch, wackre Männer, hier, durch dieses ganze Waldrevier, und wachet hier im Stillen,
wenn sie die Pflicht erfüllen."

Der französischsprechende Dirigent hat etwas die Aussprache gerügt. Wir mögen doch bitte "im Stöllön" singen, eben hochdeutsch!
Es geht angenehm unprofessionell zu für eine wie mich, die nur mitsingen will und zum Konzert im Mai sowieso schon wieder über alle Berge ist. Jede Passage einmal pro Stimme allein, dann grad zusammen, ohne anhalten, komme was wolle. Dann korrekturlos noch einmal. Über unklare Stellen wird munter drüberweg gesungen.

Können muss man auch nichts, noch nicht einmal singen muss man, wie meine beinahe stumme Nebensitzerin bewiesen hat. Diese hat erst auf französisch meine Stimme gelobt (was beweist, dass sie wirklich keine Ahnung von Musik hat), um mich dann plötzlich auf Deutsch zu fragen, ob ich mit Kopf- oder Bruststimme sänge...Wie bitte? Soll sie doch erst einmal überhaupt singen, bevor sie sich solche Gedanken macht.
Ach ja, eine Messe von Schubert singen wir auch noch, dafür bin ich ja auch hier, um mich deutschem Kulturgut zu widmen.

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Mittwoch, 10. Oktober 2007
Fremde Welt


Die Insel Inishman in der Bucht von Galway ist unglaublich. Auch wenn Strom, Fernsehen und Internet auch dort längst angekommen sind, scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Die 150 Einwohner kennen sich alle und sprechen noch Gälisch miteinander. Niemand schliesst Häuser, Fahrräder oder Autos ab, warum auch, man weiss schliesslich immer genau, wer sich auf der Insel befindet und ein möglicher Dieb hätte als einzige Fluchtmöglichkeit die einzige Fähre pro Tag. Es gibt eine Post, eine Wollpullifabrik, einen Tante-Emma-Laden und einige kleine Pensionen und das Pub.

Neben den wenigen hingestreuten Häusern ist die restliche Insel komplett von einem dichten Netz aus Natursteinmauern bedeckt.
Wenige schmale Wege erschliessen die Insel sternförmig, wer wo anders hin möchte steigt einfach über die Mauern und läuft über die Felder. Zur Erleichterung Steine herausnehmen ist auch erlaubt, wenn man sie nachher wieder hinlegt, damit Schafe und Kühe bleiben, wo sie hingehören.

Von überall sieht man das Meer, denn die Insel ist nur 5km lang und 2km breit. Auch an windstillen Tagen, wie wir sie erlebt haben, wirft sich das Meer schon mit beeindruckender Wucht an die Klippen, da hält man sich bei Sturm wohl besser im Inselinnern auf (so gut das eben geht).

Nach zwei kurzen Tagen auf der Insel mussten wir schon wieder die Rückreise über Galway und Dublin antreten um uns jetzt von den Eindrücken zu erholen und erste Versuche anzustellen, was man an so einem wunderschönen Ort bauen soll oder darf. Hierfür habe ich auch das beeindruckende Panorama aus einzelnen Bildern phantasievoll zusammengefälscht, die Stimmung entspricht der Realität aber durchaus und ist nicht übertrieben, versprochen. Wer echte Bilder sehen will, weiss ja, wo ich die gewöhnlich ins Netz stelle.

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Mittwoch, 3. Oktober 2007
Tiefpunkt der Woche
alle Dinge, die heute GENERVT haben (in Reihenfolge ihres Auftretens):

Ich wollte endlich auch mal Wäsche waschen, aber die nasse Wäsche meines MItbewohners war heute morgen noch in der Wäsche, aso musste ich seine bereits trockene Wäsche zusammenlegen und seine nasse Wäsche aufhängen, um überhaupt anfangen zu können.

Dann habe ich die Spülmaschine ausgeräumt, die Hälfte war noch dreckig.

Danach bin ich extra in die Stadt gefahren, um 1 Pinsel und 1 Abspülmittel beim Coop zu kaufen, die man auf getrennten Etagen einzeln bezahlen muss.

Wieder in der Wohnung habe ich mich eigentlich motiviert an mein heutiges Tageswerk gemacht: eine Szene eines Buchs über unsere irische Insel bildnerisch umsetzen. Die Idee stand bereits fest, dummerweise wurde zunehmend klarer, dass es kein bisschen so rauskommt, wie ich es mir vorgestellt hatte. Also musste ich zunehmend improvisieren und so siehts jetzt eben auch aus, eher sogar noch schlimmer. Morgen ist Präsentation, ich freu mich schon!

Nachdem ich jetzt lange vergeblich auf meine SIM-Karte gewartet habe, die in meiner alten Wohnung ankam und von meinem Untermieter weitergeschickt werden sollte, habe ich ihn jetzt mal angerufen. Folgendermassen ist es gelaufen: Ich hatte vergessen, ihm zu sagen, dass er sie c/o an meinen Vermieter hier schicken muss, weil ich nicht am Briefkasten angeschrieben bin. Dazu kommt, dass ich über den Online-Katalog der schweizerischen Bibliotheken ein Buch beim Schweizer Staatsarchiv bestellt habe, die mir das per Post auch an meine alte Adresse geschickt haben. Mittlerweile weiss ich, dass ich mir das auch gratis an die Unibibliothek hier hätte schicken lassen können, aber das wissen meine Lausanner Mitstudenten im Hauptstudium scheinbar noch nicht. Ausserdem brauch ich es schon lange gar nicht mehr. Mein Untermieter hat nun meine SIM-Karte in das Päckchen vom Schweizer Staatsarchiv gesteckt und meine unvollständige Adresse in Lausanne draufgeschrieben, jedoch keinen Absender. Angekommen ists nicht, der einzige Absender, der auf dem Päckchen stand, ist das Schweizer Staatsarchiv, wo jetzt wohl auch meine SIM-Karte gelandet ist. Unterdessen hat er einen weiteren Brief von denen (wahrscheinlich die erste Mahnung) auch abgeschickt, der wird also auch nicht ankommen sein. Jetzt werde ich denen morgen früh mal meinen komplizierten Fall schildern und hoffen, dass sie den ganzen Kram bekommen haben.

Morgen fahre ich dann aber erst mal (ohne Handy) nach Irland und entspanne mich da wieder ein bisschen. Ach ja, gepackt habe ich auch noch nicht, natürlich.

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Freitag, 28. September 2007
"Implementierungsintentionen heisst das Zauberwort"
Beim Zeitunglesen kam mir ein Artikel über das prospektive Gedächtnis unter, mit dem man sich Dinge merkt, die man in Zukunft erst tun will.
Mit meinem prospektiven Gedächtnis bin ich bisweilen auf Kriegsfuss und da hat es mich natürlich beruhigt, dass dieses Stiefgedächtnis scheinbar generell genug Probleme macht um erforscht zu werden.

Das Zauberwort heisst Implementierungsintentionen und kann seine Zauberkraft erst entfalten, wenn es sein Meister Herr Gollwitzer übersetzt: es handelt sich um konkrete Wenn-dann-Pläne, z.B. "wenn ich fertig gegessen habe, putze ich das Bad" (das hat bei mir heute nicht funktioniert, obwohl es schon ein bisschen gruusig ist, ich bin aber auch gar nicht dran!).

Formen wie "Wenn ich schön lange ausgeschlafen habe, gehe ich in die Vorlesung", "Wenn ich mich heute nicht danach fühle, dann mache ich es eben überübermorgen" oder "Wenn ich nächstes Mal daran denke, dann erledige ich es auch" sind zwar korrekt konstruiert, gelten und helfen aber nicht. Das habe ich ausreichend getestet, da kann ich schon als repräsentative Testgruppe gelten.

Auch erfährt man, dass das prospektive Gedächtnis umso schlechter ist, je anspruchsvoller die ablenkende Aufgabe ist. Das ist wohl leider nur eindeutig und nicht eineindeutig zu verstehen, denn umgekehrt heisst es beispielsweise noch lange nicht, dass meine Bloggerei wegen eines vergessenen Einkaufs automatisch auch anspruchsvoll wird.

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Aufgefallen II (Nachtrag)
Von zuhause haben mich zwei berechtigte Beschwerden erreicht: meine Schwester war auch noch in Kambodscha, Tübingen, Hannover und Göttingen.

Und die Annika hat sich als Immerschon-Freundin zurecht auch angesprochen gefühlt. Aufgefallen ist mir das beschriebene Phänomen während eines Telefongesprächs mit meinem Vater, das Biberachgefühl ist aber wirklich nicht auf meine Familie beschränkt, daher kommen mindestens hinzu: NYC, Brasilien (2x), Karlsruhe, Italien, Berlin

Aber wenn ich jetzt schon am ausdehnen und erweitern bin, muss meine Züricher Ersatzfamilie auch unbedingt auch berücksichtigt werden: Bretagne, Paris, Slowenien, Mallorca, Italien, Schweden, Dänemark, Japan, Malaysia, Bali, Prag, England, Kroatien und sicher noch mehr.

Also kommen zu den 15 familieninternen Zielen über 20 hinzu.

So, hab ich alles? Wie beim Verreisen werde ich das erst hinterher merken; die Zahnbürste hab ich ziemlich sicher vergessen, obwohl auch die sehr wichtig ist!

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Donnerstag, 27. September 2007
Diskussion mit meinem Ernst

Einige werden es vielleicht schon kennen, für mich war es neu: das Projekt Grosse Pyramide. Grössenwahnsinnig, bizarr und utopisch erscheint es mir, aber auch sehr faszinierend. Kann es Realität werden?


Um dem hochgesteckten Ziel näher zu kommen, muss ich den rechtschaffenen Ernst für einen Moment unter einem Vorwand wegschicken, denn ich schleiche mich nun unbemerkt von schräghinten an einen amerikanischen Hollywood-Weltuntergangsfilm an und entwende ihm folgenden Satz:
Die Menschheit kann Grosses vollbringen!

Niemand hat mich erwischt, ich schlage also erneut zu und lasse den Leitspruch einer Yogadozentin in meinen Ärmel gleiten:
Viele kleine Stufen führen zum Ziel!

Nun kann der Bau beginnen, denn tausende Arbeitslose aus den alten Bundesländern sind schon ganz scharf auf die vielfältigen Arbeitsplätze in der Bestattungsindustrie: Bauarbeiter, Currywurst-Verkäufer, Floristin, Reiseleiter, Pfarrer, auch Architekt, Einzelhandelskauffrau oder Hotelier. Auch die deutsche Baubehörde lässt sich mit weiterem Diebesgut leicht bestechen.

Der Ernst ist zurück und staunt, wie schnell das Projekt Fortschritte gemacht hat!
Jetzt sage ich mit fester Stimme zu ihm: Wir müssen uns ein Steinchen sichern, denn nur wenn wir es alle tun, wächst etwas Neues heran und die Pyramide soll doch riesengross werden!

Ernst bringt einen berechtigten Einwand: Mein Leben lang habe ich den Solidaritätsbeitrag für Ostdeutschland bezahlt, da möchte ich wenigstens in Frieden ruhen dürfen. Meinen Stein kriegen die nicht!
Ich füge an, dass ich den Gedanken auch etwas befremdlich finde, dort meine Überreste von tausenden anderen plattdrücken zu lassen. Aber zur Erinnerung in einen Stein genüsslich meinen Namen einzugravieren und ihn dort neben meinen lieben Freunden bis in alle Ewigkeit zu hinterlassen, ist doch reizvoll!

Wer hat recht? Ich bin wirklich gespannt, was ihr davon haltet! An die Architekturabteilung: Macht es für eure Meinung zum Projekt einen Unterschied, dass Rem Koolhaas in der Jury für den Wettbewerb sitzt? Ich gebe zu, dass ich es deshalb durchaus eher Ernst nehmen konnte; der Ernst hingegen ist Laie, den hat das kalt gelassen.

PS: Wer daran glaubt, dass die Toten nachts auf dem Friedhof spazieren gehen, der müsste das Areal in Zukunft weitläufig umfahren, denn ich vermute, dass Tote weit dafür gehen werden, um einander im Dunkeln nicht ständig auf die Füsse zu treten.

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Dienstag, 25. September 2007
Aufgefallen
Gerade habe ich in meinem Kalender geblättert und dabei bemerkt, dass ich Anfang August das letzte Mal zuhause war. Und dort wohl auch erst an Weihnachten wieder sein werde. Knapp fünf Monate also.

Nun ist es ja auch so, dass ich darauf achten müsste, zuhause überhaupt jemanden anzutreffen, denn wenn ich zusammenzähle, wo wir uns alle seit Anfang der Sommerferien aufgehalten haben oder bis Weihnachten wohl noch aufhalten werden, komme ich auf folgendes:

Luzern, Vietnam (2x), Bali, Singapur, Indien, China, Bretagne, Berlin, Irland. Dazu kommen natürlich Biberach, Würzburg, Zürich, Lausanne, Bern und Ingelheim. Das sind 15, wenn ich nichts vergessen habe.

Zuhause bleibt trotzdem, wo es war, ist aber auch da, wo mich meine Eltern mich Sonntag morgens aus dem Schlaf telefonieren oder wenn wir uns in Luzern/Zürich/Lausanne treffen.
Zürich hat sich in der letzten Zeit zunehmend auch nach Zuhause angefühlt, trotzdem spreche ich in Zürich von heimfahren, in Biberach jedoch nie. Was ich damit sagen möchte? Nichts, es ist mir nur aufgefallen.

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ETH vs EPFL


Jetzt fängt die erste richtige Semesterwoche an, inklusive aller Kurse und Vorlesungen. Sicher mehr, als ich in Zukunft besuchen wede, aber ich gebe ihnen allen eine faire Chance! Wie eigentlich zu erwarten war, ist die Woche hier auch nicht weniger gefüllt als in Zürich; es ist eben doch im Grunde die selbe Universität.

Sehr fremd fühle ich mich auch tatsächlich nicht. Meinen Schreibtisch im Zeichensaal habe ich schon bezogen, die Mensakarte ist mit Geld aufgeladen und die Leute in meinem Kurs kenne ich auch schon, da die Einführung nicht wie angekündigt um zehn sondern um zwei stattfand. Die üblichen Computer- und Druckprobleme bleiben mir wie erwartet noch erhalten.

Aber wo sind dann die Unterschiede?
Etwa die Hälfte der Leute hier redet tatsächlich französisch und im Gegensatz zu Zürich wohne ich hier auf dem Berg (Foto: Blick aus dem Küchenfenster) und studiere am See.
Das ist doch schon was!

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Mittwoch, 19. September 2007
Ireland's edge
Hier bin ich angekommen! Für die kleine irische Insel Inis Meàin werde ich bei Professor Fobert einen Masterplan und ein Wohnhaus planen.
Das geht natürlich auf gar keinen Fall, ohne einmal dort gewesen zu sein, darum fahren wir Anfang Oktober ein paar Tage hin. Ganz muss ich also nicht auf die Zürcher Seminarreise verzichten. Wie gut man allerdings in Irland Französisch lernt, wird sich zeigen.

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Letzte Aktualisierung: 25. September 2008, 00:01
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